Über einen Spartaner Blog

Auch wenn der Zeitgeist eigentlich ganz anders ausgerichtet ist: In meinem Spartaner Blog soll es um das zufriedene Leben in der Genügsamkeit gehen. Für einige Leser ist so ein Leben vielleicht nur schwer vorstellbar, aber ich habe mit der Genügsamkeit eine höhere innere Zufriedenheit erreicht. Darüber möchte ich nun schreiben.

Die materielle Anspruchslosigkeit und Genügsamkeit hat ein klassisches Vorbild. Das ist die Lebensweise der Spartaner in der Antike. Der berühmter Stadtstaat Sparta war Teil des Alten Griechenlands und existierte über 500 Jahre lang im Süden des Peloponnes. Zu den höchsten moralischen Werten der damaligen spartanischen Gesellschaft gehörten die Einfachheit und die Anspruchslosigkeit. Unnötige Bequemlichkeiten waren durch und durch verpönt. Nach außen dargestellter Luxus war nicht gestattet. Diese außergewöhnliche Lebensweise nennt man seitdem "spartanisch". Sie steht für ein einfaches, bescheidenes und genügsames Leben.

Heutzutage gehören Genügsamkeit und materielle Anspruchslosigkeit für die meisten Menschen längst nicht mehr zu den hohen Idealen. Mit wenig zufrieden zu sein, das scheint einfach nicht zu dem Leben in der Gegenwart zu passen, in der es meistens nicht etwa um weniger, sondern ganz im Gegenteil ständig um mehr geht, sogar um immer mehr. Offenbar regieren die beiden Wörter "immer mehr" den heutigen Zeitgeist.

Wo wir etwas sehen, wo wir etwas hören und sogar dort, wo wir etwas spüren, scheint es fast immer nur noch um ein "immer mehr" zu gehen. Mehr Geld, mehr Leistung, mehr Besitz, mehr Luxus, mehr Technik, mehr Kontakte, mehr Programme, mehr Apps und mehr Genuss. Diese Ziele versprechen anscheinend auch mehr Glück. Irgendeine Werbung für ein Leben in der Bescheidenheit, Genügsamkeit und Zufriedenheit gibt es dagegen nicht.

Wer sich tatsächlich nach einem solchen "immer mehr" richtet, wird dieses Ziel in Wahrheit nie erreichen können, weil das "immer mehr" einfach kein Ende hat. Schon morgen wird es neue Smartphones und Autos geben, neue Schuhe, neue Kleidung und neue Urlaubsziele. Ein inneres Glück kann so ein "immer mehr" nicht bringen, höchstens immer mehr Sorgen, die wachsenden Anforderungen nicht erfüllen zu können, die es mit sich bringt.

Auf den ersten Blick ist eine innere Ruhe bei dem Gedanken, etwas nicht zu haben, was andere für unverzichtbar halten, es nicht zu brauchen und nicht zu wollen, vielleicht kaum vorstellbar. Es ist völlig ungewohnt. Aber man kann tatsächlich völlig zufrieden sein, selbst wenn man etwas nicht besitzt, was sonst fast jeder haben will.

Es gibt tausende Möglichkeiten für ein Leben in der materielle Anspruchslosigkeit und viele Gelegenheiten, um durch und durch genügsam zu sein. Nicht nur im Alltagsleben, bei der Arbeit, beim Umgang mit anderen Menschen oder gegenüber der Natur, sondern auch mit sich selbst. Auch davon sollen meine Texte handeln.